Nihonto ShinShinto Wakizashi Sukehira & Sukeshige Gassaku – frühes 19. Jahrhundert mit NBTHK Hozon Zertifikat

9800.00 €

Schwerttyp: Wakizashi
Nagasa (Klingenlänge): Ca. 47,5 cm
Mei (Signatur): Yokoyama Ise no Kami Sukehira / dō Sukeshige / Bizen no Kuni Osafune-jūnin = Yokoyama Ise no Kami Sukehira und Sukeshige, ansässig in Osafune in der Provinz Bizen.
Fertigungszeitraum: 1801–1818
Zertifikat: NBTHK Hozon (erhaltenswert)

Informationen über die Schmiede

Es handelt sich um eine Gemeinschaftsarbeit von zwei Schmieden.

Yokoyama Ise no Kami Sukehira

Sukehira war eine prägende Gestalt der späteren Bizen-Yokoyama-Schule. Sein bürgerlicher Name war Yokoyama Kakuji. Sein genaues Geburtsjahr ist nicht überliefert.

Er führte zunächst den Schmiedenamen Sukesada, bevor er sich nach einer Ausbildung bei dem Satsuma-Meister Oku Motohira (auch Yamato no Kami Motohira) um 1788
Sukehira nannte. Durch die Ausbildung in Satsuma lernte er eine durch Sōshū-Tradition beeinflusste Arbeitsweise. Zugleich war er als Bizen-Schmied eng mit der Osafune-Tradition verbunden.

Den Ehrentitel Ise no Kami erhielt er 1790.

Sukehira starb im Jahr 1829.

Yokoyama Sukeshige

Der bürgerliche Name von Sukeshige war Yokoyama Kitaji, Sohn von Gengorō Sukesada. Er lente beim Schmied Sukenao.

Der dokumentierte Tätigkeitszeitraum liegt im frühen 19. Jahrhundert. Für weitergehende biografische Aussagen zu diesem Sukeshige liegen in leider wesentlich weniger belastbare Angaben vor als für Sukehira.

Die Inschrift nennt Sukehira und Sukeshige nebeneinander und verortet die Arbeit in Osafune, Bizen.
Andere überlieferte Gemeinschaftsarbeiten Sukehiras – etwa mit Sukenaga – zeigen, dass solche Kooperationen im Umfeld der Yokoyama-Schule vorkamen. Eine Verwandtschaft zwischen Sukehira und dem hier genannten Sukeshige, wie es bei Gemeinschaftsarbeiten häufig der Fall ist, ist jedoch nicht belegt.

Informationen über die Klinge

Fertigungszeitraun: Kyōwa–Bunka (1801–1818)
Nagasa (Klingenlänge): Ca. 47,5 cm
Nakago: Ubu
Bōshi: Chu-maru

Shinogi-zukuri Klinge mit tori-sori, iori-mune und verlängerte chū-kissaki.

Jihada zeigt eine ko-itame-Struktur mit Suguha-Hamon mit feinem Nie.

Auf der Omote-Seite steht das Horimono „Hachiman Daibosatsu“, auf der Ura-Seite futasuji hi. Hachiman war eng mit der Kriegerkultur verbunden.

Informationen über die Montierung (Koshirae)

Die Montierung verbindet eine aufwendig strukturierte, goldbraun lackierte Saya mit heller Same und dunkelgrünem Tsuka-ito. Beschläge stammen von Ryūchiken Hideyuki und die Tsuba von Koreyoshi. Das Kogatana wird  Sukehira selbst zugeschrieben.

Das Besondere: Die erhaltene Montierung trägt ein zusammenhängendes literarisches Motiv: Verse des Tang-Dichters Wang Wei (699/701–759/761) verteilen sich auf mehrere Schwertbeschläge.
Man entdeckt den Text beim Betrachten der verschiedenen Beschläge Stück für Stück.
Tsuba Zeile: Die Qin spielen und einen langen Ruf erklingen lassen
Kozuka Zeile: Im tiefen Wald weiß niemand davon
Fuchi/Kashira Zeile: Der helle Mond kommt und leuchtet mir

Das ursprüngliche Gedicht enthält zu Beginn eine zusätzliche Zeile „Allein sitze ich im stillen Bambushain“. Ob diese als Stilmittel nicht enthalten ist oder auf einem zusätzliche Accessoires zu finden war, ist nicht überliefert.

Wang Weis Zhúlǐ Guǎn schildert einen Menschen, der abseits anderer Menschen Musik spielt und im Mondlicht Gesellschaft findet. Die Qin ist eine chinesische Zither; der „lange Ruf“ kann auch ein meditatives Pfeifen bezeichnen. In Japan wurde das Bild freiwilliger Abgeschiedenheit besonders geschätzt. So entfaltet das Gedicht auf der Montierung eine ruhige Gegenwelt zur Hachiman-Anrufung der Klinge.

Dieses schöne Schwert zeigen wir auf unserer Website für einen befreundeten Sammler. Der Kauf erfolgt nicht bei uns, sondern direkt beim Eigentümer. Wir beantworten gerne Fragen zu dem Angebot, soweit es uns möglich ist und stellen weiterführenden Kontakt her.

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