Wazamono – Die bekannte Beurteilung der Schärfe von japanischen Schwertern

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Innehållsförteckning

Wazamono und Variationen davon begegnen einem im Zusammenhang mit japanischen Schwertern. Es handelt sich um ein japanisches Bewertungssystem, durch das die Skärpa von Samuraischwertern beurteilt wird.

Was sagen Begriffe wie Wazamono aus?

🔪 1. Was bedeutet Wazamono?

Wazamono (業物) ist ein japanischer Begriff, der frei übersetzt werden kann als „Instrument, das gut spielt“. Bezogen auf Schwerter bedeutet es eine Klinge, die gut schneidet.

🏅 2. Die vier historischen Wazamono-Ränge

Wazamono ist nur ein Begriff aus einem vollständigen Bewertungssystem.

Das komplette System umfasst

  • Wazamono (業物) = Solide Schnittleistung
  • Ryō-Wazamono / Yoki-Wazamono (良業物) = Gute Schnittleistung
  • Ō Wazamono (大業物) = Exzellente Schnittleistung
  • Saijō Ō Wazamono (最上大業物) = Außergewöhnliche Schnittleistung

Wazamono bildet also die Basisstufe im Bewertungssystem, aber diese wurde keinesfalls leichtfertig vergeben! Insgesamt erhielten nur gut 80 Schwertschmiede in der japanischen Geschichte diesen Status.

An der Spitze des Rankings stehen legendäre Schmiede wie Nagasone Kotetsu eller Kanemoto. Der höchste Rang wurde sogar nur etwas mehr als 10 mal vergeben.

Wie ist dieses Nihonto Bewertungssystem entstanden?

Die Einstufungen beruhen auf dem Kaihō Kenjaku (erschienen 1797), ein Werk das im späten 18. Jahrhundert veröffenlicht wurde und späteren Veröffentlichungen wie Kokon Kajibiko (erschienen ca. 1830).

  • Über mehrere Generationen hinweg sammelte die Yamada-Familie praktische Erfahrungen aus:
    • offiziellen Hinrichtungen
    • Tameshigiri an Leichen
    • Begutachtung beschädigter oder versagender Klingen
  • Diese Erfahrungen wurden intern dokumentiert und weitergegeben, lange bevor sie publiziert wurden.

Zusätzlich wurden für die Veröffentlichung aber noch weitere Quellen hinzugezogen wie

  • Ergebnisse andere Tameshigiri-Prüfer
  • Einschäzungen von Schwertkennern (Meikiki / Kantei-Experten)
  • Informationen von Schmieden und Sammlern
  • regionale Testberichte (z. B. aus Edo, Osaka)

Das Wissen war also kumulativ und kollaborativ, nicht das Werk eines Einzelnen.

Die Rolle von Yamada Asaemon

Als endgültiger Erschaffer des Wazamono-Rankings gilt Yamada Asaemon (5. Generation) (山田浅右衛門).

  • Yamada Asaemon (5. Generation) (Yoshimutsu, 山田吉睦) gilt als derjenige, der das Wazamono-System systematisierte und schriftlich festhielt.
  • Er veröffentlichte 1797 das Werk 『懐宝剣尺』 (Kaihō Kenjaku), in dem japanische Schwerter und Schmiede nach ihrer tatsächlichen Schnittleistung klassifiziert wurden.

Seine Leistung war vor allem:

  • 🔹 Sammlung und Ordnung vorhandener Erfahrungswerte
  • 🔹 Standardisierung in klaren Kategorien
  • 🔹 Verschriftlichung und Veröffentlichung

Mit dem Werk 『懐宝剣尺』 (Kaihō Kenjaku, 1797):

  • machte er dieses bis dahin fragmentierte Expertenwissen öffentlich
  • definierte die vier bekannten Wazamono-Stufen
  • ordnete Schmiede diesen Stufen zu

Deshalb wird er namentlich genannt, obwohl das System auf vielen Schultern ruhte.

Hintergrund zur Person Yamada Asaemon:

Yamada Asaemon war kein einzelner Name, sondern ein erblich weitergeführter Titel innerhalb der Yamada-Familie.

Die Familie war während der Edo-perioden offiziell zuständig für:

  • Tameshigiri (Schnitttests)
  • Hinrichtungen
  • Bewertung der Schneidfähigkeit von Schwertern

Dadurch hatten sie einzigartige praktische Erfahrung, die dem Wazamono-Ranking große Autorität verlieh.

Fehlende Schmiede im System zur Bewertung von Schärfe

Einige Schwertschmiede fehlen im Wazamono-Ranking (Kaihō Kenjaku / Kokon Kajibiko) komplett, obwohl sie heute zu den höchstgeschätzten Meistern zählen.

Im Wazamono-Ranking fehlen nicht die schlechtesten Schmiede, sondern zum Teil die besten, wertvollsten oder politisch heikelsten.

Ihre Klingen wurden aus unterschiedlichen Gründen nicht getestet! 9 bekannte Beispiele, die nicht in der Liste auftauchen:

🔹 1. Masamune (正宗)

Zeit: späte Kamakura-Zeit
Schule: Sōshū
Status: oft als größter Schwertschmied Japans angesehen

Warum fehlt er?

Masamune-Klingen waren bereits in der Edo-Zeit:

  • extreme Hochwertobjekte
  • Eigentum von Daimyō, Shōgunat, Tempeln

Sie wurden

  • ❌ Nie für Tameshigiri verwendet
  • ❌ Nicht für „Verbrauchstests“ benutzt

🔹 2. Muramasa (村正)

Zeit: späte Muromachi-Zeit
Schule: Ise
Ruf: extrem scharf, aber „verflucht“

Warum fehlt er?

  • Politisch heikel: Tokugawa-Familie hatte mehrere Todesfälle mit Muramasa-Klingen
  • In Edo-Zeit inoffiziell geächtet

Tests existierten wohl, wurden aber:

  • ❌ nicht offiziell dokumentiert
  • ❌ oder absichtlich nicht publiziert

🔹 3. Go Yoshihiro (郷義弘)

Zeit: Kamakura
Schule: Sōshū
Status: einer der legendären „Masamune Juttetsu“

Warum fehlt er?

  • Extrem wenige erhaltene Klingen
  • Bereits im 18. Jh. Museums- und Schatzstatus

Dadurch waren:

  • ❌ keine Testexemplare verfügbar

🔹 4. Norishige (則重)

Zeit: Kamakura
Schule: frühe Sōshū
Bedeutung: Übergang von Yamashiro zu Sōshū-Stil

Warum fehlt er?

Seine Klingen sind und waren:

  • kunsthistorisch bedeutend
  • unantastbar für Schnitttests

Seine Klingen wurden:

  • ❌ nicht getestet auf Grund von künstlerischer Hochachtung

🔹 5. Awataguchi Yoshimitsu (粟田口吉光)

Zeit: Kamakura
Schule: Awataguchi (Yamashiro)

Warum fehlt er?

  • Er gilt als Spezialist für Tantō

Bei Schnittübungen werden in der Regel aber Katana / Tachi getestet.

Obwohl er für sehr feine und hochwertige Klingen bekannt ist:

  • ❌ fehlen seine Arbeiten auf Grund der falschen Klingengattung

🔹 6. Sanjō Munechika (三条宗近)

Zeit: Heian
Berühmtestes Werk: Mikazuki Munechika

Warum fehlt er?

Seine Schwerter waren:

  • kaiserliche Schätze
  • religiös verehrt

Deshalb:

  • ❌ Unvorstellbar, sie zu Testzwecken zu verwenden

🔹 7. Osafune Mitsutada (長船光忠)

Zeit: frühe Kamakura
Schule: Bizen

Warum fehlt er?

  • Begründer einer Stilrichtung
  • Sehr früher Meister: kaum noch testbare Exemplare vorhanden

Fehlt also durch:

  • ❌ zeitliche Distanz zum Erscheinen des Rankings
  • ❌ Seltenheit seiner Klingen

🔹 8. Ichimonji-Schmiede (一文字派) – gesamt

Mit bekannten Meistern wie Fukuoka Ichimonji.

Warum fehlen sie?

Die Klingen sind in der Regel

  • Hofbesitz
  • zeremoniell genutzt

Das Fehlen kann begründet werden mit:

  • ❌ zu hohes Prestige für eine Kategorisierung im Ranking

🔹 9. Shintō-Elite ohne Testtradition

Schmiede wie Horikawa Kunihiro oder Echizen Yasutsugu (Tokugawa-Schmied)

Warum fehlen sie?

  • Klingen oft direkt für Daimyō gefertigt
  • nie „frei verfügbar“ für Tests

Grund für das nicht vorhanden sein im Ranking:

  • ❌fehlende Testpraxis

Zusammenhang zwischen Tameshi Mei und Wazamono

Ein weiterer Begriff, der in nahem Zusammenhang mit der Schärfe von Klingen steht, ist Tameshi Mei. Es gibt gewisse Zusammenhänge mit Begriffen wie Wazamono aber trotzdem sind es grundverschiedene Dinge.

Tameshi Mei sind beliebt bei Sammlern und verleihen einer Klinge eine noble Erscheinung. Eine nähere Betrachtung lohnt sich deshalb:

Was ist Tameshi‑Mei?

  • Tameshi‑Mei (試し銘) bedeutet wörtlich „Test-Inschrift“.
  • Viele Nihontō‑Klingen tragen eine Inschrift auf der Nakago (Klingenangel), die sich auf Tameshigiri-Ergebnisse bezieht.
  • Beispiele für solche Inschriften:
    • 「二人斬」(ni-nin giri) – „zwei Personen geschnitten“
    • 「胴切」(dō-giri) – „Rumpf durchtrennt“
    • 「三段斬」(san-dan giri) – „drei Stufen / drei Schnittversuche“
  • Häufig sind die Inschriften mit dem Testergebnis mit Gold verziert

Zusammenhang zwischen dem Rangsystem und Tameshi Mei

  • Beides basiert auf tatsächlich durchgeführten Schnittübungen.
  • Schmiede mit hohem Wazamono Ranking haben häufig Klingen produziert, die beeindruckende Tameshi Mei tragen.
  • Die Ergebnisse von Schnitttests waren auch eine Quelle zum Erstellen des Rankings, dadurch gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Wazamono und Tameshi Mei.

Wichtige Unterschiede zwischen Rangsystem und Tameshi Mei

  • Tameshi Mei dokumentiert das Schnittergebnis einer Klinge, Wazamono stuft Schmiede im gesamten ein.
  • Das veröffentlichte Rankingsystem dient der allgemeinen Kategorisierung von Schmiedemesitern, Tameshi Inschriften auf der Klingenangel sind eine Beurkundung einer konkreten Einzelleistung.

Wazamono als Indikator für den Wert eines Nihonto

Da die Rangliste konkrete Einstufungen vornimmt, liegt es nahe die erreichten Werte als Wertindikator für japanische Schwerter zu verwenden. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten! Denn:

  • Das Ranking listet allgemeine Bewertung eines Schmieds, nicht die einer einzelnen Klinge!
  • Einige Meister fehlen im Ranking, wie zuvor beschrieben. Dies bedeutet keinesfalls, dass diese Meister Klingen von niedrigem Wert gefertigt haben!
  • Für den Wert einer Klinge ist die Bewertung des Zustands und die geschichtliche Relevanz der einzelnen Arbeit sehr wichtig. Beides sind Details, die in diesem Ranking nicht erfasst werden können.

Das System kann in Grenzen durchaus zur Orientierung verwendet werden. Eine Kaufentscheidung alleine auf Basis den Rankings vorzunehmen, wäre aber nicht sinnvoll.

Zusammenhang zwischen Chu Saku Liste und Wazamono

Die Liste Rund um den Begriff Chu Saku und artverwandte Begriffe bilden ebenfalls ein konkretes Rangsystem für japanische Schwerter. Dieses System wird in unserem Chu Jo Saku Beitrag genauer erklärt.

Auch wenn viele Schmiede mit hohen Bewertungen in einem System logischer Weise auch hohe Bewertungen im anderen System haben, gibt es aber grundsätzliche und wichtige Unterschiede.

  • Das eine Ranking bewertet Schärfe/Schnittfähigkeit, das andere die künstlerische Qualität oder Schönheit!
  • Die Chu Saku Liste kategorisiert mehr als 3000 Schmiede, die Wazamono Liste nur etwas mehr als 200!

Es gibt also Überschneidungen, aber auf keinen Fall eine Deckungsgleichheit. Auch wenn die einige Informationen im Wazamono Betrag auf Wikipedia mit Vorsicht zu genießen sind, lohnt sich der Blick in die Aufzählung in der Wazamono Liste auf Wikipedia.

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